Anfang September 1989 fand in Böhlen ein Treffen von Vertretern verschiedener sozialistischer Tendenzen, darunter Christen und Marxisten, statt. Auch Mitglieder der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands waren anwesend.
Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation und der sich verschärfenden politischen Krise in unserem Land wenden wir uns mit diesem Aufruf an alle politischen Kräfte in der DDR, die für einen demokratischen und freiheitlichen Sozialismus eintreten. Ein linkes alternatives Konzept für eine Wende wird immer dringlicher!
Die DDR ist als rohstoffarmes Land außenwirtschaftlich abhängig. Diese Abhängigkeit vom Weltmarkt hat eine Anpassung der Art und Weise der Produktion an den Kapitalismus zur Folge. Gegen diese Abhängigkeit verteidigen wir unsere Souveränität.
Wir sind gegen die Entwicklung zum Billiglohnland der westeuropäischen Gemeinschaft. Das würde nicht nur die rasante Kapitalisierung der gesamten Wirtschaft nach sich ziehen, sondern auch die Arbeiterbewegungen Westeuropas weiter schwächen.
Wir sind gegen eine Tendenz der Privatisierung der Wirtschaft, im Besonderen sind wir dagegen, dass ausländisches Kapital in der DDR Produktionsmittel besitzt.
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
die Arbeitsgruppe „Neue Verfassung der DDR“ des Runden Tisches hat in ihrer Plenarsitzung am 4. April 1990 einen Gesamtentwurf der Verfassung der DDR einstimmig verabschiedet. Der Entwurf hat damit die Zustimmung der Repräsentanten all jener Parteien und Vereinigungen gefunden, die den Runden Tisch bildeten und die in der neu gewählten Volkskammer eine verfassunggebende Mehrheit besitzen.
Der Runde Tisch hat uns durch seinen Beschluss vom 12. März 1990 beauftragt, den Entwurf der Öffentlichkeit zu übergeben.
sowie ein Minderheitenvotum des NEUEN FORUM und der VEREINIGTEM LINKEN zur „Stellungnahme des Zentralen Runden Tisches zum Besuch von BRD-Kanzler Kohl“!
In Sorge, um die Zukunft unseres Landes wenden wir uns als Marxisten an ALLE! die einen demokratischen Sozialismus wollen. In der DDR, die ihre Existenzberechtigung aus ihrer sozialistischen Entwicklung erklärt, steht die Überlebensfrage des Sozialismus. Partei- und Staatsapparat haben uns in die schwierigste gesellschaftliche Krise geführt. Diese Krise ist keine Krise des Sozialismus schlechthin, sondern die des bisherigen, des stalinistischen. Die Chance für einen Neubeginn hat das Volk mit der Oktoberrevolution1989 eröffnet.
In einer Zeit, da unser Land in der Zerreißprobe steht, wenden wir uns an alle, die eine gerechte und menschenwürdige Gesellschaft noch für möglich halten. Wir wenden uns an alle, die mit uns zusammenarbeiten wollen:
Die Nelken gehen von einer veränderten historischen Situation aus. Die Produktivkraftentwicklung der letzten Jahrzehnte hat den Imperialismus nicht in seinen Grundfesten erschüttert, in den sich bisher sozialistisch nennenden Ländern jedoch den Nachweis der Unfähigkeit einer historisch noch nicht einzuordnenden Gesellschaftsformation erbracht.
In Sorge, um die Zukunft unseres Landes wenden wir uns als Marxisten an ALLE! die einen demokratischen Sozialismus wollen. In der DDR, die ihre Existenzberechtigung aus ihrer sozialistischen Entwicklung erklärt, steht die Überlebensfrage des Sozialismus. Partei- und Staatsapparat haben uns in die schwierigste gesellschaftliche Krise geführt. Diese Krise ist keine Krise des Sozialismus schlechthin, sondern die des bisherigen, des stalinistischen. Die Chance für einen Neubeginn hat das Volk mit der Oktoberrevolution1989 eröffnet.
>Die Initiative für Unabhängige Gewerkschaften (IUG) wurde in der letzten Oktober Woche 1989 von 13 Frauen und Männern in Berlin-Prenzlauer Berg gegründet. Nicht alle des Gründerkerns waren aber bei dem Gründungstreffen anwesend.